Datenschutz bei der Datenschutzmeldung beim Landesdatenschutzbeauftragten

Im der DSGVO steht drin, daß man seinen Datenschutzbeauftragten bei der Aufsichtsbehörde zu melden hat. Der zuständige Landesdatenschutzbeauftragte hier in Thüringen hat dafür ein sehr interessantes Formular erstellt.

Das Formular

Zum einen ist das Formular keine online-Einreichung, die dem TLfDI die Arbeit erleichtern würde. Stattdessen ist handelt es sich um ein Microsoft Word-Dokument, das man ausfüllen und ausdrucken soll. Anschließend ist das Dokument auf dem Postweg zu versenden, da in der Einreichungsaufforderung keine eMail-Adresse angeben wird.

Der Inhalt des Formulars ist ebenfalls überraschend:

2018-05-24-161013_626x678_scrot

Da stellt sich die Frage, ob denn die Angaben überhaupt alle benötigt werden. Wozu braucht die Aufsichtsbehörde beispielsweise die Webseite des bestellten Datenschutzbeauftragten?

Und dann stellt sich die Frage, was man da eigentlich melden muß.

  • Die verantwortliche Stelle ist ja noch klar.
  • Kommt bei Datenschutzbeauftragter aber nun der Datenschutzbeauftragte hin oder nur dann, wenn es ein interner ist?
  • Oder wird ein interner DSB als externer gemeldet, bei dem das Auswahlfeld externer auf Nein gestellt wurde?

Für die Kirchgemeinde kann ich das gut ausfüllen. Zuerst die Gemeinde, dann der örtlich zuständige DSB der Landeskirche, und dann der extern bestellte DSB des Verbands der evangelischen Kirchen in Berlin. Auf Beschluß der Landessynode wurde also der (externe) DSB an Stelle des (örtlichen) DSB für zuständig erklärt. Aber sonst?

Das Leak

Öffnet man aber die Eigenschaften des Dokumentes (was ich getan habe, weil das Dokument sich heute am Tag verändert zu haben schien), dann staunt man:

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Autsch.

Wo meldet man diesen Datenschutzverstoß eigentlich?

Update

Seit heute früh (25.5.2018) gibt es ein neues Formular. Der Link zum alten Formular wird redirected.

Diesmal ist es besser ...

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Danke.

Da nun keine Notwendigkeit für die Speicherung dieser personenbezogenen Daten besteht, habe ich auch die Klarnamen und E-Mail-Adressen unkenntlich gemacht.

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poiuz 28.05.2018 07:50
Ich kann 7 von den 8 Vor- und Nachnamen komplett und einen teilweise lesen ohne dass ich jetzt ein Bildbearbeitungsprogramm benutzt hätte.

Bitte zum Unkenntlich machen die Daten immer schwärzen, statt Rausch- oder Unschärfefilter zu verwenden. Im Netz gibt es einfache Anleitungen wie Filter mit Photoshop und Co. teilweise rückgängig gemacht werden können.
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Norbert 25.05.2018 08:50
Hier in Bayern soll es ein "Meldeportal" für die Meldung geben, das wurde aber nicht rechtzeitig fertig, weshalb die Meldefrist jetzt erstmal bis zum 31. August 2018 verlängert wurde:

https://www.lda.bayern.de/de/dsb-meldung.html

Immerhin wird explizit darum gebeten, von einer Meldung in Papierform abzusehen.
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GDPR 25.05.2018 07:26
Wie hält es sich eigentlich mit der Einverständniserklärung hier zwingend anzugebenden Emailadresse und Namen?
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Manu Toennies 25.05.2018 05:37
Ich sollte mich genauer ausdrücken. Die Zuständigkeit der staatlichen DSB ist nicht bei allen Landeskirchen so geregelt. Die EKiR zum Beispiel bleibt bei ihrer eigenen Struktur.
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Manu Toennies 25.05.2018 05:33
Hinweis: Kirchliche Datenschutzbeauftragte werden nicht an staatliche DSB, sondern deren Pendant auf Kirchenseite gemeldet, siehe beispielsweise Datenschutz.ekd.de
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Sebastian 24.05.2018 23:44
http://forum-landtag.thueringen.de/sites/default/files/downloads/VL%206_3853.pdf

Welcome to reality. "New mans land"

Die sollten doch bitte alle mal den Taschenrechner benutzen bevor sie Quantenphysik mit dem Brecheisen berechnen wollen.

Danke schön.

Gute nacht.
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Armin 24.05.2018 23:10
Muss ich mir jetzt extra eine Windows- & Word-Lizenz besorgen (und eine VM aufsetzen), nur um dieses Formular ausfüllen zu können, oder funktioniert das auch unter meinem Linux mit LibreOffice?
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Hans-Paul Broschart 24.05.2018 22:55
> Wo meldet man diesen Datenschutzverstoß eigentlich?
Beim der Bundesdatenschutzbeauftragten.

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